Private Rentenversicherung

Die private Altersvorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rente hat in Deutschland in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. In den Medien kursierten Unwörter wie „Rentnerschwemme“ und „Altersarmut“, die bei Vielen für Verunsicherung und Angst geführt haben. Bei der ganzen Debatte wurde eines deutlich: Für die künftige Generation wird die gesetzliche Rentenversicherung allein nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Die Ursache dafür liegt an der veränderten Bevölkerungs-Entwicklung, was im Zuge der Diskussion auch gern als demographischer Wandel bezeichnet wird. Das System der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland beruht auf einem Generationenvertrag. Die jüngeren berufstätigen Generationen zahlen Rentenversicherungsbeiträge in die Kassen ein, aus diesen Beträgen erhalten die Ruheständler ihre Rentenzahlungen. Dieses System funktioniert so lange, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Berufstätigen und Rentnern stimmt.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der deutschen Bevölkerung geht allerdings bereits seit den 70er-Jahren in eine andere Richtung. Zum einen sind die Geburtenzahlen rückläufig. Bekam eine Bundesbürgerin in den 60er-Jahren noch durchschnittlich 2,5 Kinder, sind es aktuell gerade einmal 1,4 Kinder. Um die Zahl der Gesamtbevölkerung auf einem gleich bleibenden Niveau zu halten, ohne dass Zuwanderung aus dem Ausland stattfindet, müsste im Schnitt jede Frau 2,1 Kinder zur Welt bringen. Die Folge geringerer Geburtenzahlen ist verständlicherweise, dass es immer weniger junge Bürger gibt, die Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Das sich so bildende Missverhältnis wird zum anderen dadurch verstärkt, dass es bedingt durch eine immer höhere Lebenserwartung der Bürger deutlich mehr ältere Menschen in Deutschland gibt. Während im Jahr 1950 nur knapp 15 Prozent der deutschen Bevölkerung älter als 60 Jahre war, waren es im Jahr 2001 schon 23 Prozent. Und diese Tendenz setzt sich weiter fort. Betrug im Jahr 2005 die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland bei neugeborenen Jungen bereits etwa 74 Jahre und bei Mädchen gut 80 Jahre, gehen Wissenschaftler davon aus, dass diese bei Neugeborenen im Jahr 2050 um jeweils vier Jahre höher liegen wird. Dass die deutsche Bevölkerung oder die Menschheit im Allgemeinen immer älter wird, liegt an der im Laufe des vergangenen Jahrhunderts immer besser gewordenen Ernährung und Hygiene. Ein weiterer Hauptgrund liegt an der enorm verbesserten medizinischen Versorgung, mit welcher heute eine Vielzahl von Krankheiten geheilt werden kann, an denen die Menschen früher noch verstarben. Prognosen zufolge wird im Jahr 2050 bereits jeder dritte Deutsche älter als 60 Jahre sein.

Auswirkungen auf die gesetzliche Rente

Diese Entwicklung würde bei Beibehaltung der jetzigen Bedingungen dazu führen, dass die gesetzliche Rentenversicherung irgendwann kollabiert. Um dies zu verhindern, werden in der Zukunft erhebliche Einschnitte bei den Renten erforderlich sein. Die Bundesregierung hat mit der Erhöhung des Renteneintrittalters von bisher 65 auf dann 67 Jahre bereits eine erste Maßnahme zur Sicherung der gesetzlichen Rentenversicherung ergriffen. Bestätigen sich die Prognosen hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung, werden in den kommenden Jahrzehnten weitere Maßnahmen notwendig sein. Die kontinuierliche Anhebung des Rentenversicherungsbeitrages kann das Problem für einen gewissen Zeitraum mildern, allerdings kann der Beitragssatz nicht beliebig in die Höhe getrieben werden. Die Konsequenzen von Beitragserhöhungen sind die Verringerung des verfügbaren Nettoeinkommens der Arbeitnehmer sowie erhöhte Lohnnebenkosten. Letztere machen den Arbeitsstandort Deutschland für Unternehmen zunehmend unattraktiver. Geringere Nettoeinkommen führen zu Kaufkraftverlust und somit zu schlechterer Konjunkturentwicklung. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters dürfte kaum möglich sein. Zwar werden die Deutschen immer älter, allerdings ist mit dieser Entwicklung leider nicht gleichzeitig die ewige Jugend und nicht nachlassende Vitalität verbunden. Die wenigsten Menschen dürften mit 70 und mehr Lebensjahren auf dem Buckel noch in der Lage sein, ihren Beruf auszuüben, insbesondere dann nicht, wenn dieser körperliche Anstrengungen erfordert. Für den Bürger dürfte dies in der Zukunft bedeuten, je eher er in den Ruhestand gehen will oder aus gesundheitlichen Gründen gehen muss, desto weniger Geld wird er aus der gesetzlichen Rentenkasse erhalten. Insofern wird dies nicht nur in Einzelfällen dazu führen, dass die Zahlungen aus der gesetzlichen Rente nicht mehr ausreichen werden, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Berufstätige, deren Rentenbeginn noch mindestens 15 oder mehr Jahre in der Zukunft liegt, sind daher gut beraten, zusätzlich etwas zu tun, um sich ihren Lebensunterhalt im Alter zu sichern.

Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge

Die Möglichkeiten einer privaten Altervorsorge sind sehr breit gefächert, teilweise sind diese auch staatlich gefördert. Bei www.rentenversicherung.info erhalten Sie einen Überblick darüber, welche Formen der privaten Altersvorsorge es gibt, was sich dahinter verbirgt und was man alles beachten sollte. Auf den nachfolgenden Seiten erklären wir Ihnen, was sich hinter den Begriffen Riester Rente, Rürup Rente und Wohn-Riester verbirgt, warum eine private Rentenversicherung eigentlich gar keine Versicherung ist und welche Formen der betrieblichen Altersvorsorge es gibt. Sie erfahren außerdem, welche Rolle Immobilieneigentum für die Altersvorsorge spielen kann und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind. Mit www.rentenversicherung.info sind Sie immer gut informiert, wenn Sie etwas zum Thema private Altersvorsorge wissen möchten.


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